Szenen einer Ehe - FR 31. März & SA 01. April, 19:30 Uhr + SO 02. April, 18 Uhr

 

EGO (UA)
Erster Teil der Trilogie Mensch

Tanztheater des La_Trottier Dance Collective

Wiederaufnahme im Herbst/Winter

Eintrittspreis: 12 € / 6 € (ermäßigt)

Regie & Choreographie: Eric Trottier
Musik: Peter Hinz

TänzerInnen: Michelle Cheung, Katharina Wiedenhofer, Jonas Frey und Tobias Weikamp
Musiker: Steffen Dix, Peter Hinz und Martin Lejeune

Kostümdesign: Melanie Riester
Lichtdesign: Markus Becker
Dramaturgie: Dr. Laura Bettag

Das Projekt EGO ist der 1. Teil der neuen Trilogie MENSCH.

Das existenzielle Thema beschäftigt uns alle.

Wir gehören bekanntlich zur Gattung der Hominiden. Zwischen Geburt und Tod begeben wir uns in einen komplexen Prozess der Menschwerdung, der sich in Wechselwirkungen zwischen genetischen, ökologischen, sozialen und kulturellen Faktoren vollzieht.

Trottier spürt insbesondere der Entstehung menschlichen Selbstbewusstseins nach, das gerade für eine künstlerische Auseinandersetzung mit der Welt von elementarer Wichtigkeit ist. In dieser Produktion nimmt Éric Trottier seine eigene Entwicklung als Mensch und Künstler in den Blick. Mit der Arbeit an diesem Werk vollzieht der Tanzregisseur und Choreograph ein autobiografisches Update und schreibt damit seine Künstlerbiografie fort.

Wie ist die eigene Entwicklung bisher verlaufen und welche Faktoren setzen sich der Gestaltung seines Selbst in Raum und Zeit entgegen?
Auch bei ihm war der Tänzerkörper in jüngeren Jahren Träger einer virtuosen Leistung als darstellender Künstler und genügte sich so im Streben nach Anerkennung und Erfolg. Die Lebenserfahrung führte ihn von einem stark emotional geprägten Selbstverständnis zu einer eher kritisch-forschenden und ver-änderungsbereiten Haltung.

Er geht heute der Frage nach, wie so etwas wie Selbstreflexion durch Tanz überhaupt entstehen kann und wie es möglich wird, in Alternativen zu denken.

Durch seine Beschäftigung mit der frankophonen Philosophie gelangte er zu der Erkenntnis, dass sich die Beziehung zwischen der Suche nach Antworten und der Findung von Frage-stellungen entscheidend auswirken kann. Diese paradox anmutende Vorgehensweise prägt seine künstlerische Arbeitsweise derzeit und die ihn sich in seinem Wissen und seine Überzeugungen choreographisch immer wieder neu positionieren lassen.

In EGO werden vier Tänzer auch über die Hindernisse, die das individuelle Ich immer wieder zu bewältigen hat, explorieren und die Fragen des Choreografen durch immer differenziertere Rückfragen „beantworten“. Inspiriert durch Zizeks „How to read Lacan“ scheint als Ausgangspunkt des Experiments auf, dass es hier um die Suche nach Wahrheit gehen wird. Es wird immer die eigene Wahrheit sein, die uns erwartet „not a deep Truth I have to identify with, but an unbearable truth I have to learn to live with“. Andererseits verheißt der Philosoph Jean-Luc Nancy die Aussicht, z.B. wenigstens oder immerzu  im Denken zu tanzen.

Wie wird dies sichtbar? Nicht zuletzt: wie gestalten sich Lebenslinien. Wie organisch sind sie mit dem Umraum verbunden?
In welchen Farben vernetzt sich der Tanzkünstler in der Zeit?
Wie wird Gedächtnis - also das „Alles“ einer Existenz - auf die Bühne gebracht?

Wir danken der Tom Bock Group für die freundliche Unterstützung!
Mehr zu SoHo Turley gibt es auf der Seite www.tombockgroup.com

Pressestimmen

»"Ego" verwischt die Grenzen der gängigen Aufführungspraxis mit einem feinen Gespür fürs Performative. So spielen die Musiker ihre Instrumente bei vollem Körpereinsatz zusammen mit den Tänzern, die ihre Kostüme auf den Stühlen neben den Zuschauern wechseln. Und die Geschichten setzen unzählige Anspielungen frei, die zwischen Humor und abgründiger Selbstsucht changieren. Éric Trottier ist wieder einmal eine aufregende Arbeit gelungen, die den künstlerischen Schaffensprozess thematisiert, ihn aber zugleich in einen alle betreffenden Kontext zu heben versteht.«              
Mannheimer Morgen      

»Eric Trottier ist nicht nur ein Choreograf mit athletisch kraftvollem Bewegungsvokabular und ein Theater- mann mit szenischer Fantasie - er ist auch ein großer Anreger, der kreative Potenziale weckt und bündelt.
„Ego“ ist ein Fest der Sinne in lustvoller Selbstironie, mit tieferer Bedeutung und auf hohem künstleri- schem Niveau.«
Die Rheinpfalz 

»Eric Trottier versteht es glänzend, die Musiker als gleichwertige Performerpersönlichkeiten zu gestalten und einzusetzen, und so eine Vielschichtigkeit in seinem Ensemble zu schaffen, wie dies nur selten zu sehen ist und die einlädt, aus dem Vollen zu schöpfen. (...) Viel Applaus für das La_Trottier Dance Collective aus Mannheim für eine starke Leistung.«
nachtkritik

Gefördert durch das Kulturamt der Stadt Mannheim und den Landesverband Freie Tanz- und Theaterschaffende Baden-Württemberg aus Mitteln des Ministeriums für Wissenschaft und Kunst.

 

 


Fotos: DangerZone