Projekt Glühwürmchen (UA)
von Nicolas Truong
Eine Produktion der Gruppe Neues EnsemblE

Zum letzten Mal:
SO 14. Mai, 11:00 Uhr

Eintrittspreis: 12 € / 6 € (ermäßigt)



Konzept und Inszenierung: Rainer Escher
Bühne: Holger Endres und Rainer Escher

Kostüme: Bea Albl
Produktion und Öffentlichkeitsarbeit: Holger Endres

mit Elisabeth Auer, Rainer Escher & Mathias Wendel

Der französische Autor und Journalist Nicolas Truong lässt für das „Projekt Glühwürmchen“ moderne Denker in ein Streitgespräch eintreten, unter anderem Alain Badiou, Jacques Derrida, Annie Le Brun, Giorgio Agamben und Jacques Rancière. Das Stück geht zurück auf den berühmten Text „Von den Glühwürmchen“ des ermordeten italienischen Filmregisseurs Pier Paolo Pasolini. Es basiert außerdem auf Gesprächen, die Truong im Rahmen des Theaterfestivals „Théâtre des idées“ in Avignon mit französischen Philosophen der Gegenwart führte. 

Auf der Theaterbühne übernimmt ein Paar den daraus entstandenen Ideenstreit. Mit großer Lust und Engagement buchstabiert es seine Beziehung mit diesen philosophischen Textfragmenten und Wörtern. Mann und Frau demonstrieren, dass das Denken auch eine Geschichte des Lebens und Begehrens sein kann; dass es keine Ideen ohne den Körper gibt, aber auch keinen Körper ohne Ideen, wie eine der Philosophinnen im Text formuliert.

Das „Projekt Glühwürmchen“ ist ein bisschen so wie Nietzsches Geschichte von den Metamorphosen des Geistes: „Drei Verwandlungen nenne ich euch des Geistes: wie der Geist zum Kameele wird, und zum Löwen das Kameel, und zum Kinde zuletzt der Löwe.“

Dazu schreibt Nicolas Truong: „Der mutige Geist, der zu Beginn ein Kamel ist, akzeptiert die schwere Last der Tradition und der Moral, die er durch die Wüste trägt. Zum Löwen geworden zerbricht er die Idole, kritisiert die überkommenen Werte dank der Willenskraft. Zum Kind transformiert wird er Freude, Spiel und Unschuld des Werdens.“

Pressestimmen

»Den Mut muss man erst einmal haben, Hochtrabendes von Giorgio Agamben, Walter Benjamin, Theodor W. Adorno, Guy Debord, Jacques Rancière, Georges Didi-Hubermann, Alain Badiou . . . auf die Bühne zu bringen. Kennen Sie nicht? Macht nix, Spaß kann auch haben, wer schlicht Freude am Denken hat und sich ohnehin täglich wundert, wie das Ding namens Leben – und womöglich auch noch Zusammenleben – funktioniert. Haben die großen Geister doch nur hochkonzentriert zum Ausdruck gebracht, was uns alltäglich am Alltäglichen verwundert. (...) Verdient herzlicher Applaus für exzellente Text- und Gedankenaufarbeitung aller Beteiligter ist im Felina Areal die Folge.«
Mannheimer Morgen

»Die Sprache ist literarisch geschliffen; die Gedanken sind treffsicher formuliert und oft genussvoll brillant. (...) Die sprachliche Leistung, all diese Geistesblitze nicht nur unbeschadet, sondern auch eindrücklich an den Zuschauer zu bringen, ist bewundernswert.«
Die Rheinpfalz

Gefördert durch das Kulturamt der Stadt Mannheim und den Innovationsfonds Kunst des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst des Landes Baden-Württemberg.