Szenen einer Ehe - FR 31. März & SA 01. April, 19:30 Uhr + SO 02. April, 18 Uhr

 

Abgang

DI 21. März, 19:30 Uhr
DI 25. April, 19:30 Uhr

Eintritt: 6 €

Für ABGANG können keine Karten vorbestellt werden, der Verkauf läuft ausschließlich über die Abendkasse.

Seit 2010 gedenkt Abgang Prominenten, die in den Wochen zuvor gestorben sind. Ob Künstler, Politiker oder Wissenschaftler: Durch ihre Texte, Lieder, Filme oder Erfindungen werden die Toten an diesem Abend noch einmal sehr lebendig. Dass dabei nicht lange geplant werden kann, liegt in der Sache der Natur.


Und gerade diese Spontaneität macht die Veranstaltung so einzigartig und abwechslungsreich. Wer wird dabei sein, welche Gäste kommen zusammen? Zufall und Schicksal entscheiden darüber oftmals wenige Stunden vor Veranstaltungsbeginn. Eins ist allerdings sicher: Abgang ist alles andere als eine langweilige Trauerfeier.

Es lesen u. a. Elisabeth Auer, Hedwig Franke, Christian Birko-Flemming, Gerhard Piske und Mathias Wendel, alles Mitglieder der Gruppe Neues EnsemblE, die Textauswahl stellt Sascha Koal zusammen, der Leiter des Theater Felina-Areal.

Im März gedenken wir u.a. dem Politiker Horst Ehmke, der von 1969 bis 1994 im Bundestag saß und eines der letzten Urgesteine der SPD war. Dieser Bedeutung für den Rock'n'Roll wird der Gitarrist und Sänger Chuck Berry mehr als gerecht. Mit Songs wie Johnny B. Goode, Roll Over Beethoven, Sweet Little Sixteen oder Rock and Roll Music hat er ewige musikalische Fixpunkte geschaffen, sein Duckwalk wurde von vielen kopiert. Ein Rockmusiker der nächsten Generation war der Bassist und Sänger John Wetton. Seine Stationen waren die Bands Family, King Crimson, Roxy Music, Uriah Heep, Wishbone Ash und Asia. Sein Kanadischer Kollege Steve Lang wiederum zupfte hauptsächlich bei April Wine die Saiten, der Keyboarder Geoff Nichols griff vor allem für Black Sabbath in die Tasten.

Seine Wurzeln hatte Al Jarreau im Jazz, doch war er in vielen Bereichen der Musik zu Hause, schrieb ebenso für Film und Fernsehen, so z.B. die Titelmelodie zur Serie Das Modell und der Schnüffler. Auch Kriminalbeamte brauchen eine gute Nase und eine solche hatte Martin Lüttge im Tatort des WDR als Kommissar Bernd Flemming. Die Faust aufs Riechorgan erhielt Bill Paxton im Actionklassiker Straßen in Flammen, als er versuchte heldenhaft zu sein. In Twister durfte er dann endlich sogar seine ganze Familie vor Wind & Wetter retten.

Ein ewiger Held der deutschen Filmgeschichte ist natürlich Winnetou. Für die Trilogie um den Apachenhäuptling sowie u.a. die Filme Unter Geiern, Old Shurehand und Die Schlacht an der Neretva gestalte Vladimir Tadej das Szenenbild. Die Ausstattung war auch in den Filmen des japanischen Regisseurs Seijun Suzuki von großer Bedeutung. Er drehte von 1956 bis 2005 und machte sich mit Werken wie Jagd auf die Bestie, Nackt und verdammt, Tokyo Drifter, Beruf: Mörder und Princess Raccoon international einen Namen.

Lyle Ritz ist wieder einmal einer der Musiker, deren Namen den Wenigsten geläufig ist, aber Songs, bei denen er Bass oder Ukulele spielte, hat jeder sofort im Ohr: Taste of Honey, You’ve Lost That Lovin’ Feelin’ oder Good Vibrations. So war auch schon fast jeder mal in einem Hard Rock Café - aber wer weiß, dass Alan Aldridge das Logo entworfen hat? Und dass die bühnenwirksame Zerstörung von E-Gitarren auf den Künstler Gustav Metzger zurückgeht, den Erfinder der Auto Destructive Art? Kaum einem sagt der Name Masaya Nakamura etwas. Gespielt haben aber viele mit ihm, denn er ließ 1980 den Pac-Man auf die Menschheit los.

Pressestimmen:

»Wenn es um den Tod geht, ist eigentlich niemandem zum Lachen zumute. Wenn das Neue Ensemble des Theater Felina Areal mit seiner Kultlesung auf der Bühne steht, dafür umso mehr.
„Abgang“ ist eine schräge Lesung, beliebt und hochgelobt und auf jeden Fall zum Totlachen. Das, was die Zuschauer im voll besetzten Theatersaal erwartet, ist mehr als nur tiefschwarzer Humor, es ist ein amüsantes Gedenken an jüngst verstorbene bekannte Schauspieler, Musiker, Dichter und Denker, bei dem nichts und niemand verschont bleibt. Doch ab und zu zeigt der Tod auch seine fröhliche Seite (...)

Die fünf Akteure spielen mit ihren Stimmbändern wie ein Orchester verschiedener Stimmlagen und Stimmungen. Sie greifenkleine Details akribisch auf, die in kurzen, unscheinbaren Nebensätzen versteckt sind.
Fazit: ein rundum gelungener Leseabend.«
Mannheimer Morgen (über Abgang Januar 2016)

»Anders als der Titel vermuten lässt, ist die Lesung witzig und alles andere als ein „Runterzieher“, packt schonungslos und unverblümt die großen Themen des Lebens an.«
Mannheimer Morgen (über Abgang März 2016)

»Die Stammgäste wissen, dass sie kein konventionelles Theater erwartet. Es ist vielmehr, als beobach- teten sie einen intellektuellen Kneipenabend alter Freunde mit einem Hang zur platonischen Nekrophilie.«
Mannheimer Morgen (über Abgang September 2015)

»Die Texte der Lesung hatte Regisseur Sascha Koal mit Sinn für Pointen und hintersinnigen Humor ausgesucht. Doch Gelächter beim kollektiven Gedenken an literarische, philosophische, politische und künstlerische Größen (...) – ist das erlaubt? Unsere Tage auf Erden sind begrenzt und nichts vergegenwärtigt diese Tatsache so sehr wie ein unerwarteter Tod. Doch es ist der Humor, der dafür sorgt, dass die Menschen nicht ihren Überlebenswillen verlieren (...)
Die vier Schauspieler jedenfalls zeigten, dass sie keine Trauerklöße sind. Mit überbordender Spielfreude schlüpften sie in mehr als 40 Rollen: Das Lachen und der Tod – bei ihrer brüllend komischen Lesung loteten sie genau diese Frage mit Feingefühl und Empathie aus.«
Mannheimer Morgen (über Abgang März 2015)

»Wer eine Trauerfeier erwartete, suchte diese vergebens. Stattdessen bahnte sich ein schräges, satirisches und existenziell philosophisches Ereignis an. Übermorgen wird der nächste gehen, aber wenn es schon passieren muss, dann stilvoll. Wenn schon Trauer, dann aber bitte richtig – mit viel Krach, Brimborium und Worten.
Aus allen möglichen Blickwinkeln präsentierten die sechs Schauspieler die jüngst Verstorbenen und schenkten den Zuhörern so den letzten, ultimativen Kick.
Ein „Abgang“ mit schrägen Gesangseinlagen, neurotischen Rettern, überdrehten Rückblicken auf die Vergangenheit und mit Schauspielern, deren Antworten auf essentielle Fragen so staubtrocken wie die Wüste Gobi daherkommen – einfach köstlich.«
Mannheimer Morgen (über Abgang Januar 2015)

»Nicht nur die intelligente und die Dinge auf den Punkt bringende Textauswahl war eine Meisterleistung, sondern auch die grandiose Darbietung der fünf Schauspieler, die in fiegendem Wechsel in mehr als 40 Rollen schlüpften.«
Mannheimer Morgen (über Abgang September 2014)

»...eine amüsante Lesung mit frech-frivolen musikalischen Akzenten...
„Abgang“ gleicht einem szenischen Abschiedsbrief - mit einem Augenzwinkern inszenierte, humorvoll bis leisemelancholische Reflexionen über das Leben, das Theater und den Tod.«
Mannheimer Morgen (über Abgang April 2013)

»Ein unterhaltsamer, lustiger, fantasievoller und abwechslungsreicher Abend.«
Mannheimer Morgen (über Abgang Januar 2013)

»Die Schauspieler packten ganz unverfroren ihre Gefühle in direkte Worte. Und genau diese Direktheit macht die Lesung so unverwechselbar. Der Tod, der alle verbindet, war zwar Ausgangspunkt des Programms, doch Lachen kann sehr befreiend sein.«
Mannheimer Morgen (über Abgang November 2012)

Das Bild unseres Fotografen DangerZone zeigt den Mittelpunkt Mannheims, den Sensenmann auf der Spitze des Paradeplatz-Brunnens.